Instagram-Konto gesperrt oder Facebook Sperre aufheben, wie geht das? Anwalt hilft und erklärt wie Social Media Account gerettet wird.

Social Media Dienste Symbolbild (Bildmontage: Dietmar Schmidt)

Instagram Konto gesperrt oder Facebook Sperre aufheben?

8.04.2022 | Medien- und Wirtschaftsrecht

Facebook Konto gesperrt? Sie können sich nicht ihr Intagram Account einloggen? Ihr YouTube-Kanal oder TikTok-Account wurde gesperrt? Unsere Anwälte erklären Ihnen in diesem Beitrag, wie wir gegen eine Sperre vorgehen.

Facebook, Instagram, TikTok haben als Social Media eine ganz besondere Bedeutung: Der deutsche Durchschnittsverbraucher verbringt 1,5 h/Tag in den sozialen Netzwerken, weltweit liegt der Durchschnittswert bei 7 h/Tag. Die sozialen Medien sind damit in der heutigen Welt mit Blick auf Digitalisierung und den globalen Informationsaustausch nicht mehr wegzudenken. Diese Abhängigkeit wird in zwei Fallkonstellationen besonders deutlich: Selten auftretende Serverprobleme wie der große Facebook-Mega-Blackout im Oktober 2021, die oft auf Netzwerkfehler zurückzuführen sind, stellen ein kollektives Ärgernis dar und führen allen Nutzern vor Augen, wie abhängig sie als digitale Gemeinschaft sind.

Nicht weniger ohnmächtig fühlen sich daneben einzelne Betroffene, wenn ihre Social Media Accounts gesperrt, wichtiger Content gelöscht oder sie gar Opfer von Hackerangriffen wurden. Derlei Fallgestaltungen gibt es denkbar viele und eines haben sie alle gemeinsam: Die Social-Media-Erfahrung wird erheblich eingeschränkt, worunter sowohl private als auch geschäftliche Interessen leiden können. Wir helfen nicht nur bei dem gesperrten Facebook oder Instagram Konto, sondern auch bei TikTok, YouTube oder Discord.

Gerade bei Influencer*innen und Content Creators kann eine solche Einschränkung schnell existenzbedrohend werden. Kein Zugriff auf den Account oder die Löschung einzelner Beiträge kann zu horrenden Vertragsstrafen führen und zudem die Reputation im Werbegeschäft nachhaltig schädigen. Um größeren Schaden abzuwenden, muss umgehend reagiert werden.

Der folgende Artikel enthält einen Überblick über die wichtigsten Punkte im Zusammenhang mit Social Media-Profilsperren.

Facebook Konto gesperrt und keinen Zugriff mehr auf meinen Social Media-Account. Welche Gründe gibt es?

Gehackter bzw. gecrackter Account

Wie bereits oben erwähnt, kann eine mögliche Ursache in einem Hackerangriff liegen. Unter dem Begriff „Hacking“ versteht man die Manipulation oder Umgehung von technischen Hürden, die das Computerprogramm oder eben das Nutzerkonto schützen sollen. Allerdings sind zwei Arten dieses Vorgehens zu unterscheiden: Zum einen gibt es Hacker, welche Sicherheitslücken in Soft- oder Hardware zu Optimierungszwecken ausloten oder sich Zugang zu Informationen aus reinem Wissensdurst oder Skepsis gegenüber Autoritäten verschaffen. Zum anderen gibt es jene Hacker, welche kriminelle oder zumindest böswillige Motive verfolgen und dem gesellschaftlich geprägten Bild eines „Hackers“ entsprechen. Bei der letzteren Vorgehensweise handelt es sich in Abgrenzung zum erstgenannten „Hacking“ jedoch um das sogenannte „Cracking“, da sie tatsächlich Daten und Funktionsweisen verändern. Der in Fachkreisen verwendete Spruch „Hackers build, while crackers break“ (dt. „Hacker kreieren, Cracker zerstören“) veranschaulicht den Unterschied bildhaft.

Was man in solchen Fällen tun kann und wie unsere Anwälte hier helfen können, erfahren Sie in diesem Artikel zum Account-Hacking.

Instagram-, Facebook- oder TikTok Konto gesperrt

Oft kommt es auch vor, dass der Diensteanbieter selbst die Handlungsfähigkeiten eines Users einschränkt und damit das Verhalten des Betroffenen „sanktioniert“. Es ergeben sich in der Folge zwei grundlegende Probleme: Erstens fällt dem juristischen Laien die Bewertung eines Vorwurfs hinsichtlich seiner Berechtigung nicht leicht. Es kann durchaus vorkommen, dass Content gelöscht wird, welcher fälschlicherweise als unvereinbar mit den Nutzungsbedingungen eingestuft wurde. Dies wird in den meisten Fällen dann ein Streitpunkt sein, wenn es um die Urheberrechte an verwendetem Material geht. Für die rechtliche Beurteilung ist es ratsam, einen Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht zu konsultieren.

Ein anderes Problem stellt sich immer dann, wenn der Diensteanbieter zwar auf das Bestehen eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen hinweist, diesen jedoch nicht weiter konkretisiert. In der Folge sieht sich der Betroffene in einer misslichen Lage wieder: Der Verstoß muss in der Regel innerhalb einer bestimmten Frist beseitigt oder der Vorwurf widerlegt werden. Das Ausfindigmachen des streitgegenständlichen Contents kann jedoch unter Umständen viel Zeit beanspruchen. – Vor allem unter Berücksichtigung der beträchtlichen Antwortzeit so mancher Anbieter. Dieser steht im Übrigen in der Pflicht, den Grund für Sperrungen und dergleichen anzugeben, weshalb die Auskunft in jedem Fall erteilt werden muss. – Die Frage ist und bleibt jedoch, wie viel Zeit das im Einzelfall in Anspruch nimmt.

Allerdings ist schnelles Handeln gerade im Social Media-Bereich wichtig, denn: Zeit ist Geld. Zügige Hindernisbeseitigung ist neben dem Vermeiden weiterer Restriktionen auch vor allem dann geboten, wenn der Account gewerblich genutzt wird und der Betreiber es sich nicht leisten kann, vertragsbrüchig gegenüber seinen Werbepartnern zu werden oder gänzlich von der Bildfläche zu verschwinden.

Die schnellste und effektivste Lösung für sämtliche oben genannten Probleme besteht darin, eine erfahrene Kanzlei für Urheber- und Medienrecht zu konsultieren, welche sich dann direkt mit dem Diensteanbieter in Verbindung setzt und in der Regel eine zügigere Rückmeldung erhält als es der Fall wäre, wenn der Betroffene es auf eigene Faust versucht. Zudem kann dann häufig auch der gerichtliche Weg in Form eines Eilverfahrens bestritten werden.

Versucht es der Betroffene auf Eigeninitiative hin, sind Grundkenntnisse über die einschlägigen Nutzungsbedingungen unerlässlich. Doch vor allem als Präventivmaßnahme sollten sich besonders gewerbliche Nutzer von Social Media einen Überblick über die Regeln verschaffen, an dich sie sich als Teil der Community halten müssen.

Dies ist wiederum leichter gesagt als getan. Jeder Diensteanbieter hat eigene Regeln, die sich ihrerseits in unterschiedlich viele Unterkategorien aufspalten. Während der eine die Vorgaben für das Verhalten seiner Nutzer gesammelt in den Nutzungsbedingungen festhält, splittet der andere es in „Nutzungsbedingungen“ und „Community-Richtlinien“ oder „Regeln“ auf bzw. teilt das Ganze auf noch mehr Kodexe auf, die durch separate Links aufrufbar sind. Dieser zugegebenermaßen oft unnötig kreierte Dschungel an Vorgaben ist am Anfang schwer überschaubar.

Darum verschaffen wir hier einen Überblick über die Diensteanbieter, ihre verschiedenen Regelwerke und die konkreten Tatbestände:

Die wichtigsten Social Media-Diensteanbieter und ihre Community Guidelines: Welche Verbotstatbestände gibt es und was kann passieren?

Meta-Produkte: Facebook und Instagram gesperrt

Die Facebook Inc. hat sich zum 4. Januar 2022 in die Meta Platforms Inc. umbenannt. Die dadurch verursachte anfängliche Verwirrung dürfte sich so langsam gelegt und einem besseren Struktur-Verständnis für diesen Social-Media-Giganten Platz gemacht haben: Meta bildet das „Dach“ und damit gelten die Meta-Nutzungsbedingungen einheitlich für alle Meta-Produkte.

Die im vorliegenden Kontext relevanten Meta-Produkte sind vor allem Facebook und Instagram. Meta legt für die Nutzung dieser Dienste eigene Gemeinschaftsstandards fest, deren Zuwiderhandlung neben dem Überschreiten gesetzlicher Grenzen zu Sperrungen und Löschungen führen können.

Diese Gemeinschaftsstandards wurden nach eigenen Angaben des Konzerns mit dem Ziel zusammengetragen, „einen Ort zu schaffen, an dem Menschen sich und ihre Meinung frei ausdrücken können“. – Wobei auf die Möglichkeit der Einschränkung der Meinungsfreiheit hingewiesen wird, sobald gegen ebenjene Gemeinschaftsstandards verstoßen wurde.

Die Gemeinschaftsstandards gliedern sich in sechs Kategorien: „Gewalt und kriminelles Verhalten“, „Sicherheit“, „Anstößige Inhalte“, „Integrität und Authentizität“, „Wahrung des geistigen Eigentums“ und „Inhaltsbezogene Anfragen und Entscheidungen“.

  • Gewalt und kriminelles Verhalten

Unter dem ersten Punkt wird gewaltdarstellendes, -bereites, -förderndes und -aufforderndes Verhalten verboten. Neben Maßnahmen, die das Unternehmen selbst verhängen kann, arbeitet es eigenen Angaben zufolge eng mit den entsprechenden Strafverfolgungsbehörden zusammen, sobald dahingehende Verstöße festgestellt werden. Besonders innerhalb dieser Kategorie können Missverständnisse entstehen. Es kann vorkommen, dass der Kontext nicht richtig erfasst und so freundschaftlicher Slang missinterpretiert wird. Auch hier kann anwaltliche Konsultation helfen.

Daneben wendet Meta ein dreistufiges Kennzeichnungs-Konzept an, welches auffällige Personen, Netzwerke und Organisationen einer ständigen Überwachung hinsichtlich ihrer Online-Aktivitäten unterzieht. Die schwächste Stufe geht dabei oft einher mit dem ebenfalls verbotenen Propagieren oder koordinierten Zufügen von Straftaten. Dieser Punkt sorgt allerdings ironischerweise oft für Sperrungen von Accounts, die eben jenes Verhalten eigentlich anprangern und zu Diskussionszwecken bzw. um ein Bewusstsein für das Unrecht zu schaffen, den gegen den Gemeinschaftskodex verstoßenen Content reposten.

Ebenso sind alle betrügerischen und täuschenden Handlungen und Äußerungen verboten.

  • Sicherheitsgefährdendes Verhalten

Meta verbietet die Verherrlichung von Suizid und Selbstverletzung und fasst darunter auch Essstörungen. Allerdings wird zu medizinischen Zwecken und im Zuge von Genesungsfortschritten geposteter Content nicht gelöscht, sondern unter einem Sensibilitätsfilter verborgen, der von anderen Nutzern weggeklickt werden kann. Ein denkbarer Interessenskonflikt könnte hier dann entstehen, wenn suizidale oder ähnliche Inhalte in bestimmten Kunstformen wie bspw. Songtexten verwendet werden. Solche Besonderheiten müssen allerdings im Einzelfall bewertet werden.

Weitere die Sicherheit betreffende Verbote beziehen sich auf Inhalte, die sich mit missbräuchlichen sexuellen Handlungen an und mit Minderjährigen und Erwachsenen beschäftigen sowie mit Mobbing und Belästigung.

  • Hassrede und anstößiges Verhalten

Cybermobbing ist trotz Gegenbewegungen in den letzten Jahren ein noch immer häufig auftretendes Thema und stellt zusammen mit Hate Speech einen der häufigsten Gründe für Account-Sperrungen dar. In solchen Fällen kann bei zutreffendem Vorwurf unter Umständen mittels Löschung des entsprechenden Inhalts und der Abgabe einer Unterlassungserklärung die Freischaltung bewirkt werden, wobei es auch hier wie so oft auf den Einzelfall ankommt.

Ebenfalls nicht selten kommt es vor, dass Posts wegen offener Nacktheit oder angeblich anstößiger Botschaft gelöscht werden. Insbesondere Instagram ist durch seine strengen Regeln in der Vergangenheit oft in Kritik von Fotografen und Modellen geraten und musste sich mit sexistischen Vorwürfen auseinandersetzen.

  • Integrität und Authentizität

Meta erklärt, dass Konten, welche Spam und manipulierende Falschmeldungen verbreiten, unter Wahrung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes gelöscht bzw. gesperrt werden können. Damit sind neben eigens für Werbespam eingerichtete Konten besonders solche jener Personen und Personengruppen gemeint, welche als Mittel für die Verbreitung von Verschwörungstheorien dienen und somit die Allgemeinheit gezielt verwirren bzw. gegen Autoritäten aufwiegeln sollen. Gerade seit Ausbruch des Coronavirus stellt die Fülle an verschiedenen Informationen eine Herausforderung für Nutzer dar, welche sich über dieses Thema via Social Media austauschen wollen. So kommt es nicht selten vor, dass das Nutzerkonto wegen der Verbreitung falscher Tatsachen gesperrt wurde, obwohl dies überhaupt nicht die Intention des repostenden Nutzers war.

  • Verletzung Geistigen Eigentums und von Persönlichkeitsrechten

Der „klassische“ Grund für Kontosperrungen o.ä. liegt jedoch vor allem in der Verletzung vom Geistigen Eigentum anderer. Unter dem Begriff des Geistigen Eigentums versteht man die Immaterialgüterrechte aus dem Marken-, Patent- und Designrecht sowie insbesondere dem Urheberrecht und seinen verwandten Schutzrechten. Aus der letzten Kategorie sind im Rahmen von Social Media vor allem die Rechte der Tonträgerhersteller (=Labels/Plattenfirmen) und Filmhersteller relevant. Daneben spielen die Persönlichkeitsrechte Dritter, insbesondere das Recht am eigenen Bild, zwar kaum eine Rolle bei Account-Löschungen. – Dafür jedoch umso mehr bei den Sperrungen/Löschungen einzelner Beiträge. Das Verhältnis von Meinungsfreiheit und den Persönlichkeitsrechten wurde dabei in der Vergangenheit oft diskutiert und wird auch weiterhin für Diskussionen sorgen, da es hierbei stets auf den Einzelfall ankommt.

  • Inhaltsbezogene Anfragen

Die letzte Kategorie innerhalb der Meta-Gemeinschaftsstandards widmet sich besonderen Löschungsanfragen, wobei sowohl dem Wunsch zur Löschung des eigenen Kontos als auch der Anfrage von Berechtigten hinsichtlich der Löschung des Accounts eines Verstorbenen oder Geschäftsunfähigen nachgekommen wird.

Die oben genannten Regeln stellen wie gesagt als Gemeinschaftsstandards ein für alle Meta-Produkte geltendes Regelwerk dar und sind damit Teil der ebenfalls für alle Meta-Produkte geltenden Nutzungsbedingungen. Letztere sind inhaltlich nicht deckungsgleich mit den Gemeinschaftsstandards, sondern inkludieren diese vielmehr als Bestandteil eines gegenseitigen Vertrages zwischen dem Diensteanbieter und dem Nutzer. Neben den Gemeinschaftsstandards werden Grundregeln wie Mindestalter und ein sauberes (Sexual-) Vorstrafenregister aufgestellt und auf die Rechte des Dienstanbieters hingewiesen. Da es sich um einen gegenseitigen Vertrag handelt und beide Dienstleistungen finanziell kostenfrei genutzt werden können, verlangt Meta bspw. die Einräumung von Nutzungsrechten sämtlicher hochgeladenen Informationen, damit der jeweilige Diensteanbieter uneingeschränkt seiner Funktion als Networking-Host nachkommen kann. Die in den Nutzungsbedingungen abschließend aufgelisteten Löschungs- und Einschränkungsgründe lauten wie folgt:

  • Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards
  • Verstoß gegen die restlichen Nutzungsbedingungen
  • Verstoß gegen die geltenden Gesetze
  • Einstufung als Gefahr/rechtliches Risiko für das Meta Unternehmen

Was passiert, wenn ich gegen die Meta-Nutzungsbedingungen bei Facebook oder Instagram verstoße?

Facebook behält sich ein Recht auf Kündigung aus wichtigem Grund vor. Ein wichtiger Grund liegt eben dann vor, wenn gegen die oben genannten Nutzungsbedingungen, insbesondere gegen die Gemeinschaftsstandards, verstoßen wurde und Facebook als Host die Weiterführung des Vertragsverhältnisses nicht weiter zugemutet werden kann. Allerdings ist dieses Argument nicht starr und die entsprechende Interessenabwägung kann in jedem Einzelfall anders ausfallen.

Ein wichtiger Faktor ist zudem die vorherige Kenntniserlangung und Gelegenheit zur Stellungnahme durch den Betroffenen. Dies hatte der Bundesgerichtshof im Jahr 2021 festgestellt und damit Facebook zu einer entsprechenden Änderung in den Nutzungsbedingungen gezwungen. Bis dahin hatte der Diensteanbieter bei Verstößen gegen die Gemeinschaftsstandards gern zuerst den Account gelöscht und dann den betroffenen Nutzer über das Vorliegen eines Verstoße aufgeklärt. Nun muss zunächst eine Warnung ausgesprochen und eine angemessene Abhilfefrist erfolglos verstrichen sein. Sollte der Betroffene sich allerdings in einer auf die Warnung erfolgten Stellungnahme endgültig weigern, den Verstoß zu beseitigen, muss die Abhilfefrist nicht eingehalten werden und Facebook kann das Vertragsverhältnis fristlos kündigen.

Neben der vollständigen Aufhebung des Vertragsverhältnisses kann Facebook außerdem einzelne Funktionen einschränken, sollte der Verdacht bestehen, dass gegen die Nutzungsbedingungen etc. verstoßen wurde. Dies kann beispielswiese der Fall sein, wenn innerhalb kürzester Zeit eine große Menge an Freundschaftsanfragen versendet wurde oder mit besonders vielen Personen gechattet wurde, mit denen der Nutzer nicht befreundet ist (= Verdacht auf Spam). Allerdings sind solche Sperrungen in der Regel nicht permanent und halten lediglich für 24 Stunden an.

Eine Besonderheit unter den Restriktionen von Instagram stellt die in den Nutzungsbedingungen eingefügte Befugnis dar, den Nutzernamen bei Identitätsdiebstahl o.ä. ggf. ändern zu dürfen. Bei Facebook fällt dies unter einen klassischen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen und es muss eine Abhilfefrist gewährt werden.

Ansonsten behält sich Instagram das Recht vor, einzelne oder sämtliche Inhalte zu entfernen. Ebenso können einzelne Funktionen eingeschränkt werden. Allerdings kann es bei Instagram bisweilen schnell passieren, dass die Meldung „Handlung blockiert“ erscheint. Bereits bei zu vielen Likes oder, ähnlich wie bei Facebook, bei zu vielen versendeten Nachrichten kann eine temporäre Handlungsblockierung verhängt werden. Diese können je nach Schwere des (unbeabsichtigten) Verstoßes und anderen Faktoren wie des Alters des Kontos oder frühere Verstöße zwischen 24 Stunden und 30 Tage andauern und stellen für gewerbliche Nutzer ein großes Ärgernis dar.

Die sonstige Vorgehensweise hinsichtlich einer ersten Warnung und der Gelegenheit zur Beseitigung innerhalb einer Abhilfefrist ist dieselbe wie bei Facebook.

Zu beachten ist, dass aufgrund der Zugehörigkeit zu Meta Platforms Inc. und der damit einhergehenden Verbindung jeder Verstoß auf einem der Meta-Produkte Folgen für alle weiteren verknüpften Konten bei den übrigen Meta-Produkten haben kann.

YouTube-Kanal gesperrt

YouTube LLC. ist ein Tochterunternehmen der Google LLC., das seit 2005 eine der wichtigsten Quellen für globalen Informationsaustausch darstellt. Verantwortlich für die YouTube-Plattform ist in Europa die Google Ireland Ltd. mit Sitz in Irland. Neben podcast-ähnlichen Inhalten, Tutorials und Unterhaltungsvideos bietet YouTube als unangefochtener Pionier der Broadcast-Plattformen so ziemlich alles an Videoinhalten, was man sich nur vorstellen kann. – Solange sich diese Inhalte nur an die Vorgaben aus den Nutzungsbedingungen und Community-Richtlinien halten. Seit 2007 können Content Creators über das YouTube-Partnerprogramm ihre Inhalte monetarisieren, also Werbeanzeigen schalten, und so Einkünfte generieren. Ein durch Sperrungen oder Einschränkungen hervorgerufener Ausfall dieser Einkünfte kann sich schnell existenzbedrohend auswirken. Um dem vorzubeugen, ist ein Überblick über die geltenden Guidelines bzw. Community-Richtlinien auch hier unerlässlich:

  • Spam und Irreführung

Da YouTube viele Möglichkeiten der Gewinnerzielung anbietet und diese vor allem von der Anzahl der Abonnenten und Klickzahlen abhängen, wird besonderer Wert darauf gelegt, dass diese Zahlen nicht gefälscht werden. Damit ist jede Art der künstlichen Erhöhung von Interaktionen wie das Kaufen von Abonnenten, Kommentaren und Likes sowie die Praxis des sog. „Sub4Subs“ (Abk. „Subscribe for subscribe“) gemeint. Ebenfalls verboten sind die Irreführung der Nutzer durch Identitätsdiebstahl inklusive von Marken- und Urheberrechtsverletzungen, Kanaldiebstahl durch Cracking oder auch persönlichen Identitätsdiebstahl. Spam, Links zu illegalen Websites sowie irreführende Titelbeschreibungen oder Thumbnails (Vorschaubild in Miniaturgröße) können ebenfalls zu Sperrungen führen.

  • Schutz insb. Minderjähriger vor sensiblen und anstößigen Inhalten

Wie bei den bisher genannten Dienstanbietern gilt eine Nulltoleranzgrenze in Bezug auf die Zurschaustellung von sexuellen oder sonstigen misshandelnden Handlungen an und mit Kindern. Gleiches gilt für pornografische Inhalte jeglichen Formats mit Erwachsenen. Ebenfalls verboten sind sämtliche Formen von Cybermobbing, Hassrede, Belästigung und die Verwendung vulgärer Sprache.

YouTube erkennt ebenfalls seine große Verantwortung hinsichtlich der psychischen Gesundheit seiner Nutzer, wenn es um Depressionen geht. Zu diesem Zweck hat es sogar eine Liste mit Selbsthilfeorganisationen eingefügt. Auch wenn es den Nutzern beim Posten solchen Contents nicht darum geht, andere dahingehend zu beeinflussen, werden derartige Beiträge gelöscht und können nicht wiederhergestellt und erneut gepostet werden.

  • Gewaltverherrlichende oder gefährliche Inhalte

Auch wenn YouTube oft die Position einer Quelle für Weltnachrichten darstellt, wird darauf geachtet, gewisse Grenzen zu wahren. So ist es verboten, besonders grausame und blutrünstige Inhalte zu verbreiten. – Auch, wenn es unter Umständen einem berichterstattenden Zweck dienen soll. Besonders kriminellen Organisationen und terroristischem Content soll keine Plattform geboten werden und jeder Nutzer wird dazu aufgerufen, solche Beiträge umgehend zu melden.

Zudem soll YouTube nicht als Marktplatz für den Verkauf illegaler Konsumgüter und Waffen jeglicher Art dienen. – Eine Nulltoleranzgrenze gilt auch hier entsprechend.

  • (Medizinische) Fehlinformationen

Aus aktuellem Anlass und dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat YouTube im Mai 2020 einen weiteren Punkt in die Community-Richtlinien eingefügt: „Richtlinie zu medizinischen Fehlinformationen über COVID-19“. Damit soll körperlichen Schäden durch propagierte Fehlinformationen über die Behandlung, Prävention, Diagnose und Statistik vorgebeugt werden. Oftmals liegt es den Nutzern fern, Fehlinformationen zum Nachteil der Gesundheit zu verbreiten und werden dennoch gesperrt, weil sie unwissentlich falsches Wissen weitergegeben haben. Um etwaige Sperrungen aus diesen Gründen aufzuheben, ist eine anwaltliche Konsultation sinnvoll.

Was passiert, wenn ich gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube verstoße?

YouTube sichert die Einhaltung dieser und weiterer Richtlinien auf eine Kombination aus maschinellem Lernen und dem Arbeiten mit Algorithmen sowie manueller Überprüfung von eingehenden Meldungen anderer Nutzer. Je nach Schweregrad des Verstoßes fallen die Restriktionen durch den Diensteanbieter unterschiedlich aus:

Handelt es sich um einen nicht schwerwiegenden Verstoß, greift YouTube auf den Grundsatz „Einmal ist keinmal“ zurück und gewährt Beseitigungsfristen. Erst bei wiederholtem bzw. anhaltendem Verstoß wird der Account für 1 Woche eingeschränkt. Wenn daraufhin der Verstoß nicht innerhalb von 90 Tagen beseitigt wird, erhält der Betroffene eine zweite offizielle Verwarnung und die Einschränkungen gelten nun für 2 Wochen. Danach spricht YouTube die dritte offizielle Verwarnung aus, bei deren fruchtlosem Ablauf der Account endgültig gelöscht und der Accountinhaber permanent gesperrt wird (Permaban).

Liegt allerdings ein schwerwiegender Verstoß vor, kann die Sperrung des Accounts bereits bei ein- und erstmaliger Begehung vorgenommen werden. Einer vorangehenden Warnung und damit der Möglichkeit der Beseitigung innerhalb einer Kulanzfrist bedarf es somit nicht. Beispiele für diese Art von Verstößen sind das Zeigen von sexuell missbräuchlichem Verhalten, Pornografie oder Gewaltdarstellungen.

Außerdem bewahrt das Löschen des Inhalts den Betroffenen weder in Fällen von nicht schwerwiegenden noch von schweren Verstößen vor gegebenenfalls eingeleiteten strafrechtlichen oder zivilrechtlichen Maßnahmen. Schon aus diesem Grund sollte bei einer Sperrung oder der Verhängung eines Permabans dringend ein Anwalt beauftragt werden. Das BUSE HERZ GRUNST Team bietet in solchen Fällen sowohl strafrechtliche wie auch zivilrechtliche Beratung und Zusammenarbeit an.

Twitter-Profil gesperrt

Ein gesperrter Twitter-Account kommt nicht nur bei ehemaligen US-Präsidenten vor, sondern bei all jenen, welche gegen die Nutzungsbedingungen des Mikroblogging-Anbieters verstoßen.

Für Unternehmen stellt Twitter eine mit weniger Aufwand verbundene Marketing-Alternative zu Instagram und Facebook dar. Dank kurzem Kommunikationsweg können Unternehmen und Selbständige mit Kunden in Kontakt kommen und bleiben, die Bekanntheit der Marke steigern und Meinungen sowie Expertenwissen zu topaktuellen Themen teilen. Doch genau dort liegt oftmals der sprichwörtliche Hase im Pfeffer: Je präsenter man sich gibt, also je öfter man postet oder repostet, desto wahrscheinlicher ist es, dass u.U. ungewollt gegen die AGB oder „Twitter-Regeln“ verstoßen wird und der Anbieter den Account einschränkt oder sogar sperrt.

Im Grunde gilt für Twitter Gleiches wie für Instagram, Facebook und YouTube, was die rechtmäßige, respektvolle und angemessene Nutzung anbelangt. Ähnlich wie bei Facebook gibt es Community-Richtlinien (= Twitter Regeln), welche in die sonstigen Nutzungsbedingungen eingebaut sind.

Twitter hat jedoch aufgrund seiner enormen internationalen Reichweite einige Besonderheiten, welche andere Plattformbetreiber so nicht explizit formulieren:

Dazu zählt zum Beispiel die „Name-Squatting-Richtlinie“, welche begrifflich an das Domain-Squatting angelehnt ist und das absichtliche bzw. methodische Blockieren von Nutzernamen verbietet.

Zudem wurde im Oktober 2021 eine „Richtlinie zur Integrität staatsbürgerlicher Prozesse“ eingeführt, welche in Anlehnung an die Vorkommnisse in den Vereinigten Staaten die Instrumentalisierung von Twitter zu Zwecken der Wahlmanipulation verbietet.

Die „Richtlinie zu Parodie-, Newsfeed-, Kommentar- und Fan-Accounts“ kommt immer dann zum Tragen, wenn eine Markenfälschung oder ein Identitätsbetrug vermutet wird.

Nennenswert ist außerdem die Richtlinie zu automatisierten Urheberrechtsansprüchen für Live-Videos, da modernste Technologien und Algorithmen angewendet werden, um Live-Übertragungen einzuschränken oder zu unterbrechen, sobald urheberrechtlich geschützte Inhalte unberechtigt verwendet werden. Damit ist Twitter seinen ebenfalls die Live-Streaming-Funktion anbietenden Konkurrenten Facebook und Instagram einen Schritt voraus und den entsprechenden Anwendern ein weiterer Dorn im Auge.

Twitter stellt neben den oben genannten Vorgaben über 30 weitere Richtlinien auf, welche zusammen das gewaltige Regelwerk für die Inanspruchnahme dieser Dienstleistung bilden und gleichzeitig das wohl komplizierteste Netz aus Regeln im Social Network Bereich darstellen. Sie werden in sechs Kategorien eingeteilt: Allgemeines, Integrität und Authentizität, Sicherheit und Internetkriminalität, Geistiges Eigentum, sonstige Richtlinien zur Nutzung der Plattform sowie Richtlinien zur Strafverfolgung.

Was passiert, wenn ich gegen die Regeln und Richtlinien von Twitter verstoße?

Twitter möchte seinen Nutzern die Möglichkeit bieten, gemeinsam zu diskutieren und kontroverse Ansichten zu vertreten. Daher prüft es einen Verdacht auf Verstoß gegen seine Regeln und Nutzungsbedingungen immer unter Einbeziehung des Kontextes. Faktoren können u.a. der Grad des öffentlichen Interesses, die Schwere des Verstoßes sowie früheres regelwidriges Verhalten sein. Die Einzelfallbetrachtung ist besonders im Kontext von angeblichen Beleidigungen von herausragender Bedeutung und lässt Twitter auch an dieser Stelle fortschrittlicher als seine Konkurrenten erscheinen.

Falls ein Verstoß eindeutig und schwerwiegend ist, kann Twitter den Account unverzüglich und permanent sperren. Handelt es sich um einen erstmaligen oder nicht schwerwiegenden Verstoß handelt, wird der Betroffene zunächst über die Art seines Verstoßes informiert und dazu aufgefordert, den störenden Zustand zu beseitigen. Wenn regelwidriges Verhalten vermehrt aufkommt, werden zusätzliche Maßnahmen wie die Einschränkung der Posting-Funktion und der Nachweis über die Identität ergriffen, bevor es zu einem Permaban kommt. Doch so sehr Twitter auch auf Fairness und Transparenz bedacht ist: Missverständnisse durch Fehlinterpretation oder wegen falscher Informationen können immer entstehen, weshalb im Zweifel eine anwaltliche Konsultation empfehlenswert ist.

Twitch-Kanal gesperrt

Das seit 2010 aus der Gaming-Community nicht wegzudenkende Live-Streaming-Videoportal Twitch dient vor allem der Übertragung und dem gleichzeitigen Austausch zwischen Videospielenden und den Zuschauern. Es gehört seit 2017 zum Internetgiganten Amazon und unterliegt seither auch dessen Nutzungsbedingungen. Im Laufe der Jahre haben sich einzelne professionelle Gamer zu etwas ähnliches wie Fernsehstars entwickelt, die eine beachtliche Fanbase aufgebaut haben. Finanziell lohnt sich die Teilnahme am Partnerprogramm von Twitch, welches es den Teilnehmenden erlaubt, Werbeanzeigen einzublenden (= Monetarisierung) und Geld via kostenpflichtige Kanal-Abonnements oder Spenden zu generieren.

Daneben gibt es die unentgeltliche, jedoch wiederum dem Streamenden Extrapunkte verschaffenden Bit-Geschenke (= Cheering), die durch Zuschauende verliehen werden und bei der Erreichung bestimmter Ziele helfen können. Doch mittlerweile können auch weniger bekannte Streamer die Cheering-Funktion nutzen und monetarisieren. Allerdings müssen sowohl Pro’s als auch die sogenannten „Affiliates“ Mindestanforderungen hinsichtlich Streamingstunden und Zuschauerzahlen pro Monat erfüllen. Umso verheerender sind also die Folgen, wenn die Nutzbarkeit des eigenen Twitch-Accounts eingeschränkt wird. Dies kann passieren, wenn gegen die Nutzungsbedingungen oder Community-Richtlinien verstoßen wurde.

Die Community-Richtlinien stellen hier genauso wie bei sämtlichen bisher aufgelisteten Networking-Dienstanbietern einen auf moralischen Werten basierten Verhaltenskodex dar, welcher in den Nutzungsbedingungen implementiert ist. Sie entsprechen weitestgehend denen anderer Social Media-Dienstanbieter (s.o.) und werden von Twitch durch Punkte wie das Verbot der Umgehung einer durch Twitch verhängten Sperre und des Verleitens zum Glücksspiel auf externen Seiten sowie des „Groomings“, also der gezielten Kontaktaufnahme zu Minderjährigen in Missbrauchsabsicht, ergänzt.

Eine große Rolle spielt auch bei Twitch der Schutz des Urheberrechts sowie anderen geistigen Eigentums. Sie werden in den Richtlinien zum Digital Millennium Copyright Act (Abk. DCMA-Richtlinien) gesondert geschützt und beziehen sich inhaltlich auf das gleichnamige US-amerikanische Urheberrechtsgesetz zur Haftung von Online-Dienstleistern für die durch ihre Nutzer verursachten Urheberrechtsverletzungen aus dem Jahr 1998. Der Fokus liegt vor allem auf dem Verbot von Raubkopien etwaiger Videospiele und unberechtigter Nutzung von Hintergrundmusik, für welche keine Lizenz erworben wurde. Das Thema, welche Musik verwendet werden darf, ist dabei ein großer Streitpunkt und sorgt immer wieder für Sperrungen, sodass Twitch mittlerweile sogar eine eigene Mediathek („Soundtrack by Twitch“) eingerichtet hat. Dennoch bleibt große Verwirrung bei den Streamenden und dem Verhältnis zwischen amerikanischem und nationalem Recht, sodass an dieser Stelle eine rechtliche Beratung empfehlenswert ist.

Neben eher ungewöhnlichen Richtlinien wie der Beachtung einer Erklärung zur modernen Sklaverei gibt es Verkaufsbedingungen sowie Richtlinien im Umgang mit Bits und sammelbaren Punkten, die wiederum individuell auf den passenden Kanälen eingesetzt werden können; wobei die Streamenden entscheiden, zu welchen Konditionen ihre Zuschauer Punkte sammeln und einsetzen können. Wichtig ist hierbei eigentlich nur, dass Punkte nicht als Währung eingesetzt werden dürfen.

Was passiert, wenn ich gegen die Nutzungsbedingungen von Twitch verstoße?

Ähnlich wie bei Twitter stellt Twitch eine nahezu unüberschaubare Menge an Regeln und Richtlinien auf, sodass dabei schnell mehr oder weniger unbeabsichtigt gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen wird. Häufige Verstöße sind dabei Beleidigungen, Hassrede, Pornografie sowie die Verletzung von Urheber- oder Markenrechten.

In solchen Fällen greift Twitch zu Maßnahmen wie Konto-Vollstreckungen oder Chat-Sperrungen, wobei sich die Schwere des Eingriffs nach der Schwere des Verstoßes richtet: Die erste Stufe bilden dabei Verwarnungen und einzelne Beitragslöschungen. Bei anhaltenden bzw. sich wiederholenden Verstößen wird die zweite Stufe freigeschaltet. Dabei handelt es sich um Sperrungen, wobei diese wiederum entweder temporär oder unbefristet gelten können. Vorübergehende Sperrungen können 1 bis 30 Tage andauern und können damit einen hohen finanziellen Schaden anrichten, wenn der Account zu Gewinnerzielungszwecken betrieben wird.

Den größten Schaden richten unbefristete Sperrungen (sog. „Permabans“) an, welche unter Umständen auch ohne Abhilfefrist verhängt werden können. – Wobei dann die Wirksamkeit des Bans mit Blick auf die Wahrung der Verhältnismäßigkeit im Einzelfall geprüft werden müsste.

Wenn ein Twitch-Account gesperrt wurde, kann der Betroffene weder selbst streamen noch an anderen Stream teilnehmen oder sie ansehen. Auch das Erstellen anderer Konten ist nicht möglich.

Achtung: Auch nach Freigabe des Accounts ohne Funktionseinschränkungen werden sämtliche Verstöße in einer Datenbank gespeichert und bei erneuten Verstößen in der Bewertung berücksichtigt. Daher lohnt es sich nicht nur bei Sperrungen anwaltliche Hilfe zu nehmen, sondern auch bei Verwarnungen und einzelnen Beitragslöschungen, um schärferen künftigen Maßnahmen vorzubeugen.

Discord Account gesperrt

Der noch weniger bekannte Onlinedienst Discord, welcher sich seit 2020 wachsender Beliebtheit erfreut und ein Unternehmen der Discord Inc. ist, ähnelt seinem Konkurrenten Twitch stark. Ursprünglich als Programm zum Austausch im Gaming-Kontext konzipiert, wurde Discord gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie zu einem vielseitigeren Community-Treffpunkt, wo sich auch zu anderen Themen ausgetauscht werden kann. Nutzer können sowohl Sprach- als auch Videoanrufe tätigen und entweder privat oder in sogenannten „Servern“ gemeinsam als Teil einer Community chatten.

Es besteht die Möglichkeit, diese Server nur für zahlende Nutzer zugänglich zu machen und so Geld zu verdienen. Eine direkte Monetarisierungsfunktion bietet Discord nicht an; allerdings besteht wie bei den meisten anderen Social Media-Dienstanbietern die Möglichkeit des paid content. Und damit stellt eine Einschränkung der Nutzungsmöglichkeiten auch hier ein finanzielles Risiko dar.

Auch Discord stellt Community-Richtlinien auf, welche gleich derer der oben aufgelisteten Diensteanbieter und von gegenseitigem Respekt und Ehrlichkeit geprägt sind. Ebenso kann hinsichtlich der Nutzungsbedingungen und der Anforderungen an den gegenseitigen Vertrag zwischen Diensteanbieter und Nutzer nach oben verwiesen werden.

Was passiert, wenn ich gegen die Nutzungsbedingungen von Discord verstoße?

Verstößt ein Nutzer gegen Community-Richtlinien, Nutzungsbedingungen oder geltende Gesetze, behält sich Discord das Recht vor, das Vertragsverhältnis einseitig mit oder ohne vorherige Warnung aufzukündigen oder einzelne Dienste einzuschränken.

Es gibt zwei Arten von Sperrungen bei Discord: Den Server Ban und den Platform Ban.

Falls einem Server-Host nicht gefällt, was ein anderer User postet, kann der Host den anderen auch eigenmächtig aus dem Server verbannen.

Ein Platform Ban jedoch kann nur von Discord verhängt werden und staffelt sich je nach Schweregrad des Verstoßes in fünf Eingriffsstufen. Die erste stellt eine einfache Warnung dar, welche den konkreten Verstoß benennt und dem User per DM (direct message) und E-Mail zugesendet wird. Als nächstes kommt eine teilweise Zugangssperre zum App- und Bot-Entwicklungstool von Discord, welche insofern finanzielle Auswirkungen haben kann, als dass die Entwickler für die Nutzung der von ihnen bereitgestellten Apps etc. Geldbeträge verlangen können.

Diese Sperre wird oftmals bei Spamverdacht eingesetzt, dauert allerdings nicht lange an. Die dritte Sperrstufe ist ein zeitlich begrenzter Ban von Discord. Bei schwerwiegenderen Verstößen wird der Account zunächst deaktiviert und anschließend gelöscht. Hier unterscheidet sich Discord von Twitch & Co.: Es kann trotz Löschung des ursprünglichen Accounts einen neuen einrichten und erhält auf diesem Wege eine zweite Chance zur Einhaltung der Nutzungsbedingungen. Ist die Aufrechterhaltung des Vertrages allerdings aus schwerwiegenden Gründen nicht zumutbar, kann ein Permaban verhängt werden. Sämtliche hinterlegte Daten wie Telefonnummer, IP- und E-Mail-Adresse werden auf eine schwarze Liste gesetzt, um das Schaffen eines neuen Accounts zu verhindern.

TikTok Account wiederherstellen

Zu guter Letzt ist das chinesische Videoportal TikTok, welches seit 2016 existiert und seitdem eine steile Karriere in Bezug auf Nutzerzahlen und Trends hinlegt, eine der größten Einnahmequellen für Content Creators und Unternehmen, welche junges Publikum ansprechen wollen. Das vormalige musical.ly erfreut sich dank großer Musikdatenbank, einer Vielzahl an Bearbeitungsmöglichkeiten und einfacher Bedienung größter Beliebtheit und ist für die meisten der aktuell viralen Trends verantwortlich. Es werden Kurzvideos im Hochformat aufgenommen und mit der Öffentlichkeit geteilt, sodass sie diese dann liken, teilen und kommentieren können. Auch wenn es keine Monetarisierung gibt, spielt paid content eine enorme Rolle, sodass sogenannte TikTok-Stars von ihren Beiträgen sehr gut leben können.

Auf den ersten Blick gelten für TikTok die gleichen Community-Richtlinien und Nutzungsbedingungen wie bspw. bei Instagram. Besonders Urheberverletzungen und das heimliche Filmen Dritter werden oft geahndet, da sich der angesprochene junge Nutzerkreis zwar durchaus der Tatsache bewusst ist, dass Beleidigungen, Mobbing, Drohungen, Gewalt etc. verboten sind, aber sich des Bestehens von Rechten an geistigem Eigentum oder Persönlichkeitsrechten nicht zwingend gewahr ist.

Zudem existieren ein paar Besonderheiten des chinesischen Dienstanbieters, die man von den anderen Social Media-Giganten nicht gewohnt ist und welche man beachten sollte, um finanzielle Schäden durch Kontosperrungen oder Contentlöschungen zu vermeiden.

  • Selektives Verbot politischer Inhalte

Eine Plattform für politische Diskussionen ist TikTok wirklich nicht. – Zumindest nicht, sobald die Volksrepublik China kritisiert wird. Dann kann es durchaus vorkommen, dass systemkritischer Content gelöscht wird.

  • Weitgehende Zensur von Nacktheit, Homosexualität und Übergewicht

Das Unternehmen hat außerdem eine Zeit lang auffällig viele Videos, in denen eigentlich zulässige Nacktheit, Homosexualität, Behinderungen oder Übergewicht zu sehen waren, weniger gepusht. Damit haben diese Videos nicht die normale Reichweite erlangt und in der Folge weniger Umsätze gebracht, falls denn welcher generiert werden wollte. Auch wenn offizielle Statements in die Richtung von Schutz vor Hassrede oder Cybermobbing gehen, sollte einem Content Creator bewusst sein, dass manche Themen noch immer weniger verbreitet werden als andere.

Was passiert, wenn ich gegen die Nutzungsbedingungen von TikTok verstoße?

TikTok setzt eigene Erkennungstechnologien ein, um Verstöße gegen Community-Richtlinien zu ahnden. In manchen Bereichen bleibt es bei der automatischen Prüfung, Markierung und Entfernung. Wenn das System keinen eindeutigen Verstoß feststellt, wird manuell nachgeprüft.

Die Maßnahmen sind hier auch wie bei anderen Social Media-Anbietern gestaffelt. Die mildeste Stufe bildet das Löschen des fraglichen Contents und die Inkenntnissetzung über den Verstoß. Dies ist als erste Warnung zu verstehen, bei deren Wiederholung der Account als Ganzer gesperrt werden kann. Handelt es sich zwar um einen ersten, aber schwerwiegenden Verstoß, wird der Account sofort gesperrt. TikTok geht dabei ähnlich wie Discord vor und verhindert das weitere Erstellen anderer Accounts, indem ganze Geräte gesperrt werden können.

Darüber hinaus kann TikTok einzelne Funktionen wie das Hochladen oder Bearbeiten des eigenen Profils für 1 bis 2 Tage sperren. Die Einschränkungen können so weit reichen, dass nur noch passive Nutzung für bis zu 1 Woche möglich ist. Das heißt, dass man nur noch die Videos anderer Nutzer ansehen kann.

Die härteste Maßnahme stellt, wie bereits erwähnt, auch hier der Permaban dar.

Wie kann ich jetzt eine Sperre meines Facebook- oder Instagram-Kontos & Co. aufheben lassen?

Einige Schritte können betroffene User selbst unternehmen, stoßen dabei allerdings schnell an ihre Grenzen. Ein Fachanwalt für Medienrecht hilft in solchen scheinbar ausweglosen Fällen weiter.

Handeln bei gehacktem bzw. gecracktem Account

Stellt man fest, dass man keinen Zugang mehr zu seinem Social Media-Profil hat, sollte man zunächst den Support kontaktieren. Dieser gibt dann die weiteren Schritte an, in denen man sich in der Regel auf irgendeine Art als tatsächlicher Accountinhaber verifizieren soll. Die Grenzen stellen dabei die angeforderten Zugangsdaten dar, auf die man als Betroffener nun nicht mehr zugreifen kann, da der Cracker diese verändert hat. Als User kommt man spätestens dann nicht mehr weiter und sollte sich Hilfe vom Anwalt holen. Mehr zum Thema Hacking finden Sie in diesem Artikel.

Handeln bei gesperrtem Facebook-Account oder gelöschtem Content

Zunächst kann der Betroffene selbst mit dem Diensteanbieter in Kontakt treten und die Schritte gehen, die dieser jeweils innerhalb seiner Nutzungsbedingungen vorgibt. Es kann Beschwerde eingelegt, Einspruch erhoben oder eine Gegendarstellung gefordert werden. Die Anbieter benennen diesen Schritt jeweils unterschiedlich, doch im Kern ist es eine wesentliche Handlung:

Der restriktiven Maßnahme widersprechen.

Handelt es sich bei dem Vorwurf um eine vermeintliche Urheberrechtsverletzung, kann der Kontakt direkt zu dem Rechteinhaber aufgenommen und um Rückziehung der Verwarnung gebeten werden. Oftmals sind die Rechteeigentümer an einem Werk oder verwandten Schutzrecht auch irrtümlich der Meinung, dass ihre Urheberrechte verletzt wurden. Denn das Urheberrecht weist so einige Schranken und Ausnahmen auf, welche ein Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht sofort erkennt.

Anwaltliche Hilfe sollte unabhängig von der Art des vorgeworfenen Verstoßes immer dann dringend in Anspruch genommen werden, wenn schnelle Wiedererlangung und Freischaltung bestimmten Contents essenziell für den Content Creator bzw. Profilinhaber sind. Auch für private Nutzer lohnt sich die anwaltliche Konsultation, da dieser in der Regel schneller zu einem Ergebnis kommt als es einem juristischen Laien möglich ist.

Wie kann ich mich vor dem Zugangsverlust zu meinem Social Media-Account schützen?

Um sich vor Hacker- bzw. Cracker-Überfällen zu schützen, kann nur eine gute Portion Skepsis und ein sicheres Passwort helfen. Klicken Sie auf keine Links von E-Mails, deren Absender Sie nicht kennen. Schon gar nicht, wenn der Text auffällige Formatierungs- oder Grammatikfehler aufweist. Öffnen Sie genauso wenig Links, die Ihnen per DM in den Sozialen Medien gesendet werden. Scheint der Absender ein offizieller Account des Dienstanbieters zu sein, halten Sie inne und kontaktieren Sie diesen über einen anderen Weg, um sicherzugehen, dass bspw. das Angebot zur Verifizierung tatsächlich vom Anbieter selbst kommt.

Das Vermeiden von Content-Löschungen und Sperrungen oder gar einem Permaban auf der anderen Seite kann genau wie ein effektiver Schutz vor Cracking nicht garantiert werden. Allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit immens, wenn sich jeder User einmal durch die zugegebenermaßen unübersichtlichen Nutzungsbedingungen und Community-Richtlinien kämpft und ggf. sogar Notizen macht, falls sich unerwartete Besonderheiten aufzeigen.

Daneben sind auch oftmals eigens für das Marketing engagierte Unternehmen mit fragwürdigen Methoden schuld an Sperrungen, die auf dem Verdacht von Spam fußen. Daher gilt: Augen auf bei der Auswahl des Marketing-Unternehmens und spätestens bei dem Vorschlag, Follower zu kaufen, sollten die Alarmglocken schrillen.

Unsere Anwälte haben zum Thema Account-Sperre & Hacking auch eine Folge der Anwaltssprechstunde aufgenommen. Hier können Sie sich den Podcast anhören, verfügbar auch auf Spotify, Apple-Podcast & Co.:

Sie sind von einer Social Media-Profilsperre oder Contentlöschungen betroffen?

Dann treten Sie jetzt mit uns in Kontakt! Unsere Fachanwälte für Medien- und Presserecht stehen Ihnen mit viel jahrelanger Erfahrung bundesweit zur Seite. Ein schnelles und effektives Handeln ist für uns gerade im Social Media-Bereich selbstverständlich, weshalb wir Ihnen kurzfristig per Telefon, E-Mail, Videoberatung oder auch gern vor Ort in einem unserer Kanzleistandorte zur Verfügung stehen.

Idealerweise schreiben Sie uns zunächst über unser Kontaktformular oder per E-Mail und teilen uns dabei direkt folgende Informationen mit:

  1. Wie heißt das betroffene Social-Media-Profil?
  2. Um welches Netzwerk geht es?
  3. Nutzen Sie das Profil nur privat oder auch geschäftlich?
  4. Wann erfolgte die Profil-Sperre/ Konto-Löschung?
  5. Wann/ wie haben Sie bereits selbst Kontakt mit dem Diensteanbieter aufgenommen?

Anschließend nehmen unsere Anwälte kurzfristig zu Ihnen Kontakt auf!

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